Lehre

Zuständigkeit/Arbeitsschwerpunkte

Soziologische Theorie, Biographieforschung, Thanatologie, Alternsforschung, Qualitative Sozialforschung

Eine Übersicht über frühere Veranstaltungen finden Sie unter Lehre: Frühere Semester.

Übersicht

Sommersemester 2015

Masterseminar: Soziologie des Konsums. Was ist eigentlich Kaufen

4std., Do 14-16 Uhr, Konradstr. 6, 309

Die Alltäglichkeit des Kaufens ist unvermeidbar und ein gemeinsames Charakteristikum aller Menschen einer modernen Gesellschaft. Welchen Anteil das Kaufen und Verbrauchen von Gütern in der Selbstbeschreibung von Menschen einnimmt, kann man kaum noch überschätzen. Fast scheint es so, als rücke der souveräne Konsument an die Stelle des souveränen Bürgers, der ja eigentlich doch die Grundausstattung moderner Gesellschaften ausmachen sollte. Wenn Konsumchancen vielleicht sogar wichtiger zu werden scheinen als politische Teilhabe, ist es umso spannender zu schauen, was Konsum denn eigentlich ist. Was ist eigentlich kaufen, wie entsteht das entsprechende Wissen über Produkte und welche Arten von Selbstbeschreibungen schließen sich an das Konsumieren an. In dieser Übung geht es also zunächst um ganz grundsätzliche Fragen, aber auch um empirische Einblicke in den Alltag des Konsums.

Seminar: Eigengesetzlichkeiten. Einführung in die Systemtheorie

4std., Do 10-12 Uhr, Konradstr. 6, 308

Die empirische Beobachtung und theoretische Beschreibung von Eigengesetzlichkeiten ist ein klassisches Thema der Soziologie. Gemeint ist damit, dass Phänomene durch Bedingungen ihres eigenen Kontexts festgelegt werden, sie also nicht von außen gesteuert werden können. Sie entwickeln eine ihrem Kontext eigene Logik.

In diesem Seminar soll dieses Thema aus systemtheoretischer Perspektive beleuchtet werden. Es werden dabei die entsprechenden theoretischen Grundlagen geschaffen und erste kleine empirische Studien durchgeführt. Dieses Seminar dient also als Einführung in die Luhmannsche Systemtheorie.

Übung: Der normative Gehalt der Moderne

2std., Fr 12-14 Uhr, Konradstr. 6, 208

In dieser Übung wollen wir ein Experiment wagen. Gemeinsam mit den Teilnehmern wollen wir einen ungewohnten Blick auf die klassische und gegenwärtige soziologische Literatur werfen. Im Zentrum unseres Interesses stehen die „großen normativen Sätze“ der Soziologie, also jene Formulierungen, in denen die Soziologie den Blick auf eine andere Gesellschaft, auf eine bessere Gesellschaft ausprobiert. Zu fragen wäre jeweils: Wie sagt man sowas? Wie klingt das? Was steht jeweils im Fokus?

Vorausgesetzt wird nur ein Interesse an soziologischen Theorien, hilfreich ist sicherlich eine entsprechende Sensibilisierung für diese normativen Sätze.

Ob uns dieses Vorhaben so gelingt, können wir selber noch nicht sagen. Wir möchten das gemeinsam mit Euch ausprobieren. Wir freuen uns über rege Teilnahme und die Bereitschaft zum Experimentieren.

Übung: Theorie 2 — Soziologie des Fernsehens

2std., Do 12-14 Uhr, Konradstr. 6, 309

Eine Soziologie des Fernsehens interessiert sich dafür, wie ein spezielles Massenmedium neue Formen der Kommunikation erwartbar macht und insofern auch daran teilhat, wie sich eine Gesellschaft über ihre Medien verändert. Soziologisch interessant ist an diesem speziellen Medium der Blick auf unterschiedliche Sendungsformate, der Umgang mit Bildern, Schrift und Sprache und seine Spezialisierung auf passive Wahrnehmung.

Im Vordergrund des Seminars werden insbesondere Theorien des Fernsehens stehen, aber auch – allgemeiner – grundlegende Texte zu Massenmedien.

Übung: Übung zur Bachelor- und Masterarbeit am Lehrstuhl Prof. Dr. Armin Nassehi

2std., Fr 10-12 Uhr, Konradstr. 6, 208

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie- und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen – je nach Stand der Arbeit – Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Bachelor- bzw. Masterarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

Wintersemester 2014/2015

Seminar: Die Soziologie und das Ende der Philosophie

4std., Mi 10-12 Uhr, Konradstr. 6, 308, gemeinsam mit Prof. Dr. Nassehi

Die Soziologie ist historisch viel jünger als die Philosophie. Die soziologische Entdeckung des Gesellschaftsbegriffs hat Rückwirkungen auf philosophische Fragestellungen, insofern nun mit der Frage nach dem Ort der Erkenntnis Wissen thematisiert wird, das als Wissen von der Gesellschaft in der Gesellschaft entsteht.

Im Seminar werden Texte im Vordergrund stehen, die als philosophische Texte soziologisch gelesen werden, aber auch soziologische Texte, die sich von der Philosophie absetzen. Es wird dabei um die Frage danach gehen, wie sich philosophische Fragen gegenüber soziologischen bewähren, aber auch wie sich philosophische Texte soziologisch verstehen lassen. Die bestehende akademische Arbeitsteilung scheint darauf hinauszulaufen, dass die Philosophie nach nicht relativierbaren Begründungen für Wahrheit sucht, während die Soziologie sich ein wenig in Relativierungen verliert. Beides wäre in Frage zu stellen.

Übung: Theorie 2 — Unterschiede. Einführung in die Kultursoziologie

2std., Do 10-12 Uhr, Konradstr. 6, 309

Als common sense eines modernen Verständnisses des Kulturbegriffs gilt vermutlich die Idee der Variabilität von kulturellen Formen und deren Legitimität. Dass Franzosen anders sind als Engländer, Westfalen sich von Bayern unterscheiden und Studierende der Soziologie anders aussehen als solche der Jurisprudenz erscheint aus dieser Perspektive wahlweise als Kuriosum – wenn darüber im Fernsehen berichtet wird – oder als Kulturkonflikt – wenn interkulturelle Kompetenz vermittelt werden soll. Über die Beobachtung von kulturellen Unterschieden hinweg entsteht aber auch die Frage nach der Erklärung dieser Unterscheidungspraxis. Am Beispiel klassischer Studien zum Symbolgebrauch, zur Distinktion, zur Entstehung von kulturellen Identitäten soll eben dieser Praxis der Unterscheidung nachgegangen werden, sollen Theorien der Herstellung von Unterschieden miteinander verglichen werden. Diese Übung empfiehlt sich als Vorbereitung für Hauptseminare mit dem Schwerpunkt Kultursoziologie, aber auch für diejenigen, die eine Bachelorarbeit in diesem Bereich schreiben wollen. Es werden klassische Texte zur Kultursoziologie gelesen, die im weiteren Studium zumeist vorausgesetzt werden.

Übung: Übung zur Bachelor- und Masterarbeit am Lehrstuhl Prof. Nassehi

2std., Do 12-14 Uhr, Konradstr. 6, 308

Entsprechend der unterschiedlichen Theorie- und Methodenperspektiven der Lehrbereiche finden Abschlussübungen statt. Hier stellen Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussarbeiten zum jeweiligen Bearbeitungsstand vor. In der Gruppe werden die Untersuchungen und ihr Fortgang diskutiert. Dabei stehen – je nach Stand der Arbeit – Fragen der Themenspezifikation, Wahl der Methode, des strukturellen Aufbaus, der Literaturauswahl und schließlich der Interpretation der Ergebnisse im Vordergrund. Zudem behandelt die Übung weiterführende Literatur zu den Themenbereichen der Bachelor- bzw. Masterarbeiten. Die von den Studierenden zu haltenden Vorträge ermöglichen die Festigung der eigenen Präsentationskompetenz und schulen die Fähigkeit zur Argumentation. Die anschließende Diskussion hilft, den eigenen Forschungsprozess kritisch zu reflektieren. Wesentliche Arbeitsschritte des wissenschaftlichen Arbeitens werden semesterbegleitend vertieft.

Übung: Übung zur Vorlesung „Einführung in die Soziologie“