Monate: Juli 2015

Symmetrie/Asymmetrie

Ethik / Soziologie

Dass wir uns alle als ungleich empfinden, macht uns zu Mitgliedern einer modernen Gesellschaft. Modern sind wir, weil wir Zeitgenossen einer Gesellschaft sind, die ihre Besonderheit darin sieht, ständische Strukturen hinter sich zu lassen. Das erscheint uns heute so selbstverständlich, ist aber – wenn man zurückschaut – doch erklärungsbedürftig, weil ja Unterschiede zwischen reichen und armen Menschen, zwischen Adeligen und Bauern, zwischen Männern und Frauen, zwischen Zivilisierten und Barbaren, die jedes Kind sehen konnte, für […]

Alternsforschung

Alternsforschung / Soziologie

Das Besondere an der Alternsforschung ist, dass sie sich für eine gesellschaftliche Gruppe interessiert, die eigentlich gar nicht als alt gelten will. Je mehr die Alternsforschung sich bemüht, sichtbar zu machen, wie hilfebedürftig alte Menschen sind, desto mehr verweigert sich ihr ihre Klientel. Dass dies so ist, lässt sich darüber erklären, dass Alter eine kontinuierliche Variable ist. Man wächst im Lebensverlauf ins Älterwerden hinein, kann sich darin aber eigentlich nicht wiedererkennen. Insofern unsere modernen Selbstbeschreibungen […]

Medizinsoziologie: Tod und Sterben

Medizinsoziologie / Soziologie

Bekanntlich lässt sich der Tod nicht untersuchen, nur unseren Umgang mit ihm können wir erforschen. Die Medizinsoziologie versammelt eine Reihe von Themen, die sich typischerweise als Beispiele für starke Asymmetrien in unserer Gesellschaft lesen lassen. Der Tod gehört dazu, der körperliche Schmerz, aber auch die Figur des dominanten Arztes. In allen Fällen lassen sich Symmetrisierungspraktiken beobachten, die diese Asymmetrien wieder aufheben sollen. Interessanter als die „Heilung“ dieser Asymmetrien ist vielleicht die Frage nach ihrer Funktion. […]

Theoriedebatten: Denkfiguren

Soziologie

Wenn man Klassiker liest, bekommt man es automatisch mit der Frage zu tun, was an einem Klassiker jeweils das Besondere ist. Armin Nassehi und ich lesen Klassiker im Hinblick auf ihre Denkfiguren. Jede Theorie greift auf eine spezifische Semantik ihrer Zeit zurück und kann somit auch nur beschreiben, was bereits sagbar ist. Bei der Interpretation kommt es manchmal dementsprechend gar nicht so auf die konkreten Sätze an, sondern darauf, welche Denkbewegung sich mit ihnen durchführen […]